media artist
Daniel Kreth

Virtual Identity

Category:
Generative Art

Ablauf

Ein Laptop steht in einer alltäglichen Situation auf einem Tisch und daneben liegt eine Pistole.

Der Bildschirm zeigt das Bild der eingeschalteten Webcam und der interaktive Schriftzug „Don‘t shoot me“ ist in das Bild integriert, wobei das „Don‘t“ hinter dem „shoot“ versteckt ist und erst beim zweiten Hinsehen deutlich ersichtlich ist.

  1. Eine Person nähert sich dem Laptop, wird von der Webcam erfasst und erkennt sich selbst auf dem Laptop-Display.
  2. Die Person erfasst sein virtuelles Ebenbild, realisiert die Pistole und bringt es in Verbindung mit dem Schriftzug „(Don‘t) shoot me“.
  3. Die Person wird neugierig, nimmt die Pistole in die Hand und beobachtet sich währenddessen auf dem Laptop-Display.
  4. Die Person zielt auf den Laptop-Display und drückt ab.
  5. Das Bild der Person verzerrt, verschwindet und eine persönliche Id-Nummer wird generiert, die als Schriftzug „Your personal Id: #12345“ dargestellt ist.
  6. Die Virtuelle Identität der Person ist gestorben, was bleibt ist die reele Identität.

 

Intention

Die Arbeit bedeutet eine Selbsterfahrung für einen beliebigen Betrachter, den ich in der weiteren Ausführung meiner Arbeit als Individuum bezeichnen werde, denn worauf es ankommt ist die menschliche Komponente, die im Kern jedes Menschens existiert und die unsere Identität bildet bzw. ausmacht.

Der menschliche Kern von dem ich spreche lässt sich gut erklären indem wir an unsere Geburt denken bzw. an die Geburt jedes Kindes, wie es unvoreingenommen auf die Welt kommt und noch ganz klar und rein im Geiste ist.

Im Laufe des Lebens bekommt unsere Identität einen Rahmen, der durch die Erziehung, unser Umfeld und durch die Gesellschaft vorgegeben ist und dementsprechend geprägt wird.

Im Jahre 2015 spielen auch die digitalen Technologien eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Rahmens unserer Identität. So wird z.B. das Medium „Internet“ von der Großzahl der Menschen genutzt um einen Teil ihrer Identität in Form von persönlichen Profilen in sozialen Netzwerken, auf das Internet zu projizieren. Die Selbstpräsentation im Internet auf sozialen Netzwerken bezeichne ich im Rahmen dieser Arbeit als „Virtuelle Identität“.

Ich möchte mit meiner Arbeit versuchen das Individuum von seiner virtuellen Identität zu spalten um es zu der ursprünglich einzig wahren realen Identität zurückzuführen.

Die Spaltung der realen und der virtuellen Identität des Individuums wird durch das Schießen auf das virtuelle Abbild des Bildschirms durchgeführt.

Die virtuelle Identität stirbt und wird auf eine ID-Nummer projiziert. Was bleibt ist die reale Identität des Individuums und die ID-Nummer.

Die ID-Nummer ist in diesem Kontext wichtig um dem gespaltenen Individuum eine Virtualität ersetzende Projektionsfläche zu bieten.

Das Individuum wird mit der realen Identität alleine gelassen und das Erschießen der virtuellen Identität soll ein Prozess des Denkens anregen, der zu einem klaren Bewusstsein über das eigene Ich führen soll.

Worauf es nun ankommt sind die Fragen und die Denkprozesse die darauf folgend entstehen.

Der Schuss auf das eigene virtuelle Abbild auf dem Bildschirm stellt nur etwa 30% der gedachten Selbsterfahrung dar. Der Rest der Selbsterfahrung findet die nachfolgende Zeit statt.

Meine eigene Intepretation der Arbeit spielt in diesem Sinne keine Rolle, denn die Vorgabe einer detailierten Interpretation der Arbeit würde der Selbsterfahrung im Wege stehen.

 

Weiterführend

In einer größeren Ausführung dieser Arbeit könnten z.B. einige Tage nach Ausführung der Selbsterfahrung mit mehreren Teilnehmern eine Diskussion/ein Austausch über die Selbsterfahrungen durchgeführt werden. So würden die Teilnehmer sich gegenseitig in ihren Gedankenprozessen befruchten und reflektieren und gegebenenfalls zu einem Konsenes kommen.

Interessante Fragen wären: Gibt es einen Konsens der Teilnehmer? Wenn ja, wie lange und wie oft müsste der Austausch stattfinden um zu einem Konsens zu kommen? In wie fern würde sich der  Konsens mehrer Teilnehmer-Gruppen differenzieren?

Virtual Identity_danielKreth_v006_138

Virtual Identity_danielKreth_v006_139

Virtual Identity_danielKreth_v006_146

Virtual Identity_danielKreth_v006_201

Share:    Twitter  ·  Facebook  ·  Google+  ·  Pinterest